25.04.2019

Wie man sich vor Feuer schützt

Feuerlöscher

Auch wenn man im Umgang mit offenem Feuer und Licht noch so sorgsam ist: Ein gewisses Restrisiko bleibt immer. Kommt es zu einem Brand, ist es wichtig, möglichst rasch und vor allem richtig zu reagieren.

Mehr als 7.000 Brände mit einem Mindestschaden von 2.000 Euro gehen alljährlich in die Brandschadenstatistik der österreichischen Brandverhütungsstellen ein, etwa 4.000 davon entfallen auf private Haushalte. Im Durchschnitt verlieren dabei 30 bis 40 Menschen ihr Leben. 2018 gab es laut vorläufigen Zahlen sogar einen Anstieg der Brandtoten von 29,6 Prozent. Gerade in der gewohnten Umgebung seien viele Menschen unaufmerksam und unvorsichtig, so Armin Kaltenegger, Leiter des Forschungsbereichs Eigentumsschutz im Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Rauchwarnmelder, Feuerlöscher und vor allem ein sicherheitsbewusstes Verhalten zuhause können viele dieser Unfälle vermeiden. Denn die höchste Wahrscheinlichkeit, mit einem Brand konfrontiert zu werden, besteht dort, wo man sich gewöhnlich am sichersten fühlt: Zuhause. Denn gerade ihn der Wohnung oder im eigenen Haus geht man Tätigkeiten nach, die mit einer gewissen Brandgefahr verbunden sind, zum Beispiel Kochen oder Heizen. Ein bewusster und achtsamer Umgang mit offenem Feuer und Zündquellen wie Kerzenflammen oder Herden ist gelebter Brandschutz. Dennoch bleibt immer ein Restrisiko, erklärt Helmut Peherstorfer, Direktor-Stv. der BVS-Brandverhütungsstelle für OÖ und Geschäftsführer des IBS-Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung in Linz.

Rauchwarnmelder gehören deshalb in jede Wohnung, so Peherstorfer. Gemäß dem Grundsatz „Alarmieren – Retten – Löschen“ ist es entscheidend, bereits im Frühstadium eines Brandes vor der Gefahr gewarnt zu werden.

Wichtig sei auch, vorhandene Fluchtwege begehbar zu halten und funktionierende Feuerlöscher für die Bekämpfung eines Entstehungsbrandes in Griffweite zu haben. „Bei den Rauchwarnmeldern geht es vor allem darum, einen Brand so früh zu erkennen, dass man sich selbst und andere Personen sicher aus dem Gefahrenbereich retten und die Feuerwehr alarmieren kann“, betont Peherstorfer. Erst dann sollte und kann man selbst versuchen, das Feuer zu löschen. Als geeignetes Löschmittel für Brände im Frühstadium empfiehlt Peherstorfer einen 6-kg-Feuerlöscher. Jeder Haushalt sollte damit ausgestattet sein. Er sollte an zentraler Stelle und leicht zugänglich montiert sein und regelmäßig von einem Fachmann überprüft werden.

Was aber, wenn die Gefahr von außen kommt? „Im langjährigen Durchschnitt können etwa 340 Brandgeschehen pro Jahr in Österreich auf Brandstiftung zurückgeführt werden“, warnt Peherstorfer. Bei insgesamt rund 7.000 versicherungstechnisch erfassten Bränden pro Jahr wird also etwa jedes 20. Brandgeschehen vorsätzlich verursacht. Es sei aber möglich, sich davor zu schützen so Peherstorfer: „Als wichtigster Grundsatz gilt hier, dass wirkungsvoller Einbruchschutz zugleich auch der beste Schutz vor Brandstiftung ist.“

Wer also sein Eigenheim vor Einbrechern bzw. unbefugtem Zutritt sichert, reduziert zugleich die Gefahr, vom Verbrechen der Brandstiftung getroffen zu werden. Denn es bestätigen auch die Daten der aktuellen KFV-Täterstudie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit: Einbrecher wählen in der Regel den Weg des geringsten Widerstands. Der überwiegende Teil der Einbrecher sucht Objekte per Zufallsprinzip aus und verfolgt vorrangig das Ziel, unter möglichst geringem Aufwand möglichst rasch „Beute“ zu machen.