25.12.2018

Erste Hilfe gegen Zugluft und undichte Fenster

Die Thermostate sind aufgedreht, die Heizung ist heiß und trotzdem will sich die wohlige Wärme nicht richtig einstellen? In den meisten Fällen sind undichte Fenster daran schuld.


Auch durch die kleinsten Fugen kann Zugluft in die Wohnung dringen. Im Winter bringt sie eisige Kälte mit sich. Alte Fenster, die sich nicht mehr richtig schließen lassen, die über unzureichende Dichtung verfügen (vielleicht auch noch mit Einfachverglasung) sollte man im Sine einer verbesserten Energiebilanz über kurz oder lang austauschen. Das heißt aber nicht, dass man bis dahin frieren muss! Es gibt eine Art „Erste Hilfe“, um Zugluft einzudämmen. 


Wo genau zieht es?
Im ersten Schritt gilt es, herauszufinden, wo die Zugluft genau herkommt. Wer sich regelmäßig in seinen Wohnräumen aufhält, kann das verantwortliche Fenster meist rasch lokalisieren. Um exakt die Stelle auszumachen, durch die es zieht, bietet sich der gute alte Kerzentrick an: Man bewegt eine angezündete Kerze langsam entlang des Fensterrahmens. Dort, wo die Flamme am stärksten flackert, sitzt die undichte Stelle.


Bevor ambitionierte Heimwerker mit selbstklebenden Dichtungen oder Acrylmasse an die Schadensbegrenzung gehen, sollte man prüfen, ob es nicht vielleicht schon genügt, die Stellschrauben nachzuziehen oder die  Beschläge zu ölen, damit das Fenster wieder richtig schließt. Denn aufgrund von Temperaturschwankungen kann es passieren, dass sich Rahmen und Materialien im Laufe der Jahre verziehen.


Wirksamste Maßnahme: Fensterdichtungen tauschen
Fensterdichtungen werden im Laufe der Jahre spröde. Der Einbau einer neuen Dichtung ist nicht nur die einfachste Möglichkeit, Fenster wieder fit zu machen, es ist auch die effektivste. Will man Nägel mit Köpfen machen, sollte man die alten Dichtungen komplett entfernen und durch neue ersetzen. Im Baumarkt gibt es vorgefertigte Dichtungen aus Kunststoff oder Schaumstoff, die einfach aufgeklebt werden. Wichtig ist, dass die gewählte Dichtmasse nicht zu dick ist und die Lücken passgenau füllt, damit das Fenster noch schließt und keine neuen Öffnungen entstehen, durch die es ziehen kann. Bei manchen sehr alten Holzfenstern kann es sogar der Fall sein, dass noch überhaupt keine Dichtung vorhanden ist. In diesem Fall kann man sich vom Tischler eine Nut in den Rahmen fräsen lassen, in den sich dann die Dichtung einsetzen lässt.
Fensterfolien reflektieren Wärme


Bei alten Fenstern ist die Verglasung oft ein großer Schwachpunkt. Aber auch hier lassen sich Verbesserungen erzielen. Im Fachhandel gibt es Wärmedämm- oder Isolierfolien in verschiedenen Ausführungen zu kaufen. Die Folien werden innen auf das Fensterglas geklebt. Durch ihre spezielle Beschichtung reflektieren sie die Infrarotstrahlung zurück in den Raum. Hersteller geben an, dass sich dadurch der Wärmeverlust durch die Verglasung um bis zu 35 Prozent verringern lässt. Zu beachten ist allerdings, dass es nicht zu unerwünschten Reflexionen an der Scheibe kommt. Dies kann dann der Fall sein, wen die Scheibe bereits eine wärmedämmend wirkende Beschichtung aufweist.


Aber auch ohne handwerkliches Geschick lässt sich Zugluft stoppen. Die einfachste und erprobteste Methode ist es, einfach dicke Vorhänge und Zugluftstopper aus Wolle vor die Fensterspalten zu legen.


Verglasung tauschen, Rahmen erhalten
Auch einfache Methoden, den Wärmeschutz alter Fenster zu verbessern, kosten Geld. Im Eigenheim sollte man deshalb die anfallenden Kosten mit jenen Kosten vergleichen, die entstehen, wenn man das Fenster komplett tauscht. Bei alten Holzfenstern kann es im Einzelfall auch sinnvoll sein, nur die alte Verglasung gegen eine moderne Wärmeschutzverglasung zu tauschen. Die Rahmen von Holzfenstern halten nämlich in der Regel recht lange, und vor allem bei historischen oder optisch anspruchsvollen Gebäuden sind die Rahmen oft erhaltenswert. Zu bedenken ist allerdings, dass Holzrahmen nur bedingt Platz für neue Scheiben bieten. Dreischeiben-Isolierglas lässt sich nicht in Rahmen zwängen, die bislang lediglich mit Einfachscheiben bestückt waren.


Bei modernen Kunststoff- oder Aluminiumrahmen lohnt sich ein Austausch der Scheiben meist nicht, da die Rahmen in der Regel keine modernen Wärmeschutzstandards erfüllen.