01.02.2013

Was ist beim neuen Energieausweis zu beachten?

Das neue Energieausweis-Vorlage-Gesetz ist nach wie vor Anlass zahlreicher Anfragen und Unklarheiten. Nachfolgend werden die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst.

Seit 1. Jänner ist eine deutliche Verschärfung des Energieausweisvorlagegesetzes in Kraft. Wer seine Wohnung oder sein Haus verkaufen oder vermieten möchte, muss ab sofort bereits in Anzeigen und Inseraten Angaben zur Energieeffizienz seiner Immobilie machen.

Diese Informationspflicht trifft sowohl den Vermieter, den Verkäufer als auch den von diesem beauftragten Makler. Wer die Angabe unterlässt, muss mit saftigen Verwaltungsstrafen von bis zu 1.450 Euro rechnen.

Welche Energiekennwerte sind auszuweisen?
In Zeitungs- oder Internetinseraten sind der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE) auszuweisen, nicht aber die gesamte Skala der Energiekennzahlen des Energieausweises. Eine gesetzeskonforme Information im Rahmen eines Inserats kann beispielsweise folgendermaßen lauten: „HWB 22, fGEE 0,93“.
Der „Gesamtenergieeffizienzfaktor“ findet sich jedoch nur in den neuen Energieausweisen, die bereits nach der OIB-Richtlinie (2011) erstellt wurden. Die „älteren“, bereits erstellten Energieausweise behalten jedoch auf die Dauer von 10 Jahren ab Ausstellung weiterhin ihre Gültigkeit. Da der „alte“ Energieausweis jedoch noch keinen Gesamtenergieeffizienzfaktor enthält, reicht es hier aus, in Inseraten lediglich den Heizwärmebedarf (HWB) auszuweisen.

Gebäudebezogener Ansatz
Der Verkäufer/Bestandgeber kann seine Vorlage- und Aushändigungsverpflichtung durch einen Ausweis entweder über die Gesamtenergieeffizienz des konkreten Nutzungsobjektes oder über die Gesamtenergieeffizienz eines vergleichbaren Nutzungsobjekts im selben Gebäude oder über die Gesamtenergieeffizienz des gesamten Gebäudes erfüllen. Wie schon bisher gilt also bei der Vorlage- und Aushändigungspflicht der gebäudebezogene Ansatz.

Beim Verkauf oder der Vermietung von Eigentumswohnungen sollte man sich zuerst bei der Verwaltung erkundigen, ob ein gebäudebezogener Energieausweis vorliegt. Wohnungseigentümer können auf Verlangen und gegen Ersatz der Kopierkosten Ablichtungen anfordern. Wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft jedoch beschlossen hat, keinen Energieausweis einzuholen, wird der betroffene Wohnungseigentümer selbst auf eigene Kosten einen Energieausweis einholen müssen. Da die meisten Gutachter progressive Preise verlangen und für kleine Flächen größere Quadratmeterpreise verrechnen, rentiert es sich, wenn Wohnungseigentümer gemeinschaftlich einen Energieausweis für das ganze Gebäude erstellen lassen.

Eine Erleichterung ist Einfamilienhäusern  vorgesehen: Erlaubt ist nunmehr auch die Verwendung eines Ausweises über die Gesamtenergieeffizienz eines vergleichbaren Gebäudes von ähnlicher Gestaltung, Größe und Energieeffizienz. Dies setzt allerdings voraus, dass der Ersteller des Ausweises die Ähnlichkeit der Gebäude hinsichtlich Gestaltung, Größe, Energieeffizienz, Lage und Standortklima bestätigt. Die praktische Anwendbarkeit und Kostenersparnis wird damit wohl eher eingeschränkt sein.

Auch denkmalgeschützte Gebäude brauchen einen Energieausweis
Neu geregelt wurden auch die Ausnahmebestimmungen, für welche Objekte bei Verkauf und Vermietung kein Energieausweis vorgelegt werden muss. Der Ausnahmekatalog erfuhr eine deutliche Einschränkung und ist nun für alle Bundesländer einheitlich geregelt. Zu beachten ist vor allem, dass nunmehr auch denkmalgeschützte Gebäude oder Gebäude in Schutzzonen (oder Gebäude mit erhaltungswürdiger, gegliederter Fassade, wie das in Wien großflächig der Fall war) nicht mehr von den Verpflichtungen des EAVG 2012 ausgenommen sind.