18.11.2010

Fachvortrag: Feuchte Mauern

Am 18. November fand im Vortragssaal des Zentralverbandes ein Fachvortrag rund um die Themen "Mauertrockenlegung" und "Schimmelprävention" statt. Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse bei Verbandsmitgliedern und Hausbesitzern.

Feuchte Mauern – was tun?" Dies war das Thema der ersten gemeinsamen Informationsveranstaltung des Zentralverbands der Hausbesitzer und der Zeitschrift "Haus und Eigentum". Wie weit verbreitet dieses Problem ist, zeigte sich am regen Zuspruch der Veranstaltung: Über 80 Gäste fanden sich im neu gestalteten Vortragssaal des Zentralverbandes ein.

Verbandspräsident Dr. Friedrich Noszek moderierte den Abend und übergab das Mikrofon Ing. Erich Bogner, der in seiner Einleitung einen Überblick über die Ursachen von Mauerfeuchte in Kellern gab.

Austrocknung von Erdfeuchte
Dieter Proksch von der Firma Aquapol umriss die Folgen des Problems, die von immer wiederkehrenden Ausgaben für Sanierungen bis zu bleibendem Werteverfall des Gebäudes reichen können. Als Maßnahme gegen aufsteigende Erdfeuchte nutzt Aquapol den "magnetophysikalischen Austrocknungsprozess" dessen Prinzipien Proksch kurz erläuterte.
Als Referenzprojekt für den Erfolg von Aquapol wies er auf den Gebäudekomplex Kirchengasse 28 in 1070 Wien hin, ein Gebäude, das um 1800 erbaut wurde und das vor der Renovierung kaum bewohnbar war: Auf Grund mangelnder Abdichtung stieg hier die Erdfeuchte in den Mauern bis zu 2,5 m hoch.

Nach der Trockenlegung konnte das Erdgeschoß nutzbar gemacht und das Ensemble im Originalzustand und ohne Eingriff in die Statik erhalten werden.

Wechselspiel verschiedener Ursachen
Dr. Erwin Annau von der Firma eco­planet erklärte das Zusammenspiel zwischen Kondensation im Mauerwerk, Hygroskopie und kapillare Feuchtigkeit. Diese drei Ursachen treten immer gemeinsam auf, hängen eng miteinander zusammen und lassen sich bei Feuchtemessungen nicht unterscheiden. Das Problem "feuchte Mauern" sei somit ein Wechselspiel zwischen Wand- und Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Salzgehalt und anfallender Feuchtigkeit von unten oder durch Außeneinflüsse. Horizontalsperren könnten nur einen Teil des Problems lösen und würden weder Kondensation noch hygroskopische Feuchtigkeit verhindern. Als Lösung präsentierte Annau das Feuchtmauer-Putzsystem Diffupor. Grundlage des Systems ist ein hochkapillarer Verputz mit hohem Mikroporenvolumen, welcher die Oberfläche des Mauerwerks vertausendfacht. Dadurch verdunste anfallende Feuchtigkeit besonders rasch, der Putz selbst bleibe trocken und frei von Salzausblühungen, so Annau. Um sich selbst ein Bild zu machen, empfahl Annau unter anderem einen Besuch im Wiener Museumsquartier, wo über 25.000 m2 feuchte- und salzbelastetes Mauerwerk saniert worden seien.

Als weiters Produkt von ecoplanet stellte Annau ein Vollwärmeschutzsystem für den Feuchtmauerbereich vor. Die Wärmedämmung geschieht durch Glasschaumplatten, welche durch ein speziell berechnetes Kanalsystem Wasserdampf ableiten können, der durch einen kaschierten Spalt an die Raumluft abgegeben wird.

Schimmelvorsorge und Raumluft-Überwachung
DI Michael Linning von der Firma romonit referierte abschließend über Vorbeugemaßnahmen gegen Schimmel durch optimierte Kontrolle des Raumklimas und stellte den econom climat vor. Dieses Gerät – nicht größer als ein Thermostat – wird in der Wohnung an der Wand installiert und misst automatisch alle drei Minuten die Temperatur und die Luftfeuchte der Raumluft. Unterschreitet die Raumtemperatur den Schwellenwert von 12,6 °C oder überschreitet die Luftfeuchte den Schwellenwert von 65 °C, so werden diese kritischen Werte aufgezeichnet. Überdies gibt es einen optischen Alarm, der die Bewohner zum handeln (heizen bzw. lüften) animieren soll.
Die Daten werden gespeichert und können von den Mietern nicht manipuliert werden. Somit kann das Lüftungs- und Heizungsregime im Nachhinein über mehrere Jahre nachvollzogen werden und es ist eine Beweisführung möglich, ob Schimmel in der Wohnung durch das falsche Verhalten der Mieter verursacht worden ist. Die Datenauswertung kann über den eigenen PC erfolgen oder auch über die Firma romonit. Die Batterielaufzeit beträgt üblicherweise an die sieben Jahre.

Fortsetzung folgt!
Nach den Vorträgen und Produktpräsentationen nutzten Interessierte die Möglichkeit, um mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und das Thema zu vertiefen.

Um die Verbandsmitgliedern aktuell zu informieren, setzt "Haus und Eigentum" die Informationsveranstaltungsreihe im nächsten Jahr fort. Eine Umfrage zeigte, dass vor allem die Themen Althaussanierung, Renovierung, Dachbodenausbau und Aufzugstechnik sowie Produktneuheiten auf besonderes Interesse stoßen.