08.10.2020

Hausbetreuung in Zeiten von COVID-19

COVID-19 hat auch Hausbetreuer vor neue Herausforderungen gestellt. Stiegenhäusern, Eingangstüren und Aufzügen sind neuralgische Bereiche, wenn es darum geht, die Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

Die Corona-Krise hat unseren Alltag verändert. Das betrifft unseren Arbeitsplatz, unsere Freizeitgewohnheiten und vor allem unser Bewusstsein für Hygiene. Wir waschen uns die Hände bewusster, gründlicher und öfter. Wir achten darauf, wem wir die Hand geben und wo wir mit unseren Händen hinfassen.

Sprunghafte Nachfrage nach Desinfektion

Die allgemein zugänglichen Bereiche eines Wohnhauses sind in Zeiten einer Pandemie besonders neuralgische Zonen. In Stiegenhäusern lässt es sich kaum vermeiden, dass Bewohner einander nahe kommen. Die Klinke der Haustür, Lichtschalter und Rufknöpfe am Lift werden jeden Tag von vielen Händen berührt. Wenn sich eine Arztpraxis im Haus befindet, gehen zahlreiche hausfremde Personen ein- und aus – ein beträchtlicher Teil davon zählt zur Risikogruppe oder hat mit Vorerkrankungen zu kämpfen.
Hausbetreuer haben auf diese Herausforderungen reagiert und bieten zusätzlich zur Hausreinigung Raum- und Oberflächendesinfektionen sensibler Bereiche an. „Die Nachfrage nach Desinfektion allgemein zugänglicher Bereiche ist mit Beginn der COVID-19-Pandemie quasi von heute auf morgen aufgetaucht“, erzählt Wolfgang Erdhart, Bereichsleiter beim Hausbetreuer Attensam. „Wir haben so schnell wie möglich reagiert und bieten entsprechende Produkte an, um eine möglichst hohe Desinfektionsrate in unseren Häusern zu erreichen.“

Wie desinfiziert man ein Stiegenhaus?

Das Standardprodukt zur Desinfektion von Stiegenhäusern ist die „Wisch­desinfektion“:  Das Reinigungspersonal tränkt Tücher mit Desinfektionsmittel und wischt damit alle sensiblen Oberflächen gründlich ab. Dazu gehören alle Taster, Handläufe, Türgriffe von Wohnungseingangstüren und Haustüren, Gegensprechanlagen­tableaus und Briefkastenanlagen. Die kontaminierten Tücher werden nur einmalig verwendet und danach getrennt vom andere Reinigungsmaterial gesammelt und entsorgt.
Eine gründlichere Desinfektion von Stiegenhäusern, Büroräumen oder anderen geschlossenen Räumen kann mit der so genannten Kaltvernebelung erreicht werden. Dabei wird mit einem Vernebelungsgerät Desinfektionsmittel gleichmäßig im Raum verteilt. Das Desinfektionsmittel legt sich als Nebel  auf alle Oberflächen – auch in sonst schwer zugänglichen Öffnungen und Spalten. Elektrogeräte, Pflanzen oder  Papiere, die unter der erhöhten Luftfeuchte Schaden nehmen können, müssen vorher abgedeckt bzw. aus dem Raum entfernt werden.

Zeitbudget, Schulung und Schutzausrüstung

Ein durchschnittliches Wohnhaus zusätzlich zur gewohnten Reinigung zu desinfizieren (Mittels Wischdesinfektion) erfordert einen Mehraufwand von einer halben bis drei viertel Stunden zusätzlich. „Im Sinne eines effizienten Tagesablaufs war unser Personal schon sehr gut eingetaktet. Diese zusätzliche Zeit aufzubringen, war eine gewisse Herausforderung“, erklärt Erdhart.

Aber nicht nur der Mehraufwand ist eine logistische Herausforderung für Hausbetreuer. Die Mitarbeiter mussten zu Beginn der Pandemie so rasch wie möglich geschult werden, und es galt, die persönliche Schutzausrüstung für die Mitarbeiter aufzustocken. Masken, Handschuhe, Schutzkleidung mussten angeschafft werden. Zu den wichtigsten Verhaltensmaßregeln der Reiniger gehörte, die Schutzausrüstung nach jedem Gebrauch zu wechseln, bei Begegnungen mit den Hausbewohnern Abstand zu halten und auf jeden Fall den Nasen-Mund-Schutz zu tragen.

Der große Bedarf an Desinfektionsmitteln führte vor allem zu Beginn der Pandemie zu einer plötzlich stark steigenden Nachfrage und zu einem Versorgungsengpass. Noch schwieriger war es für Hausbetreuer, Schutzkleidung zu beschaffen, also Mund-Nasen-Schutz, Einweghandschuhe und Einweg-Schutzanzüge. „Es sind zwar viele Anbieter auf uns zugekommen, aber wir mussten sichergehen, dass es seriöse Anbieter waren und die angebotene Ausrüstung den von der EU und der Regierung vorgegebenen Ansprüchen entspricht“, sagt Erdhart. „Wir haben viele Angebote geprüft und im Zweifelsfall Lieferanten bevorzugt, mit denen wir schon bisher gute Erfahrungen gemacht hatten.

Kaum Beschwerden

„Wir waren sehr darauf bedacht, den Bewohnern das Gefühl zu geben, dass wir den Abstand und die Sicherheitsvorschriften auf jeden Fall einhalten“, erläutert Erdhart. „Grobe Beschwerden der Bewohner sind uns keine zugetragen worden. Natürlich kann es vorkommen, dass unsere Mitarbeiter einmal einen Bewohner am Gang nicht gleich bemerken. Das sind Situationen, wie sie im täglichen Leben vorkommen, und von denen wir vereinzelt informiert worden sind. In solchen Fällen erinnern wir unsere Mitarbeiter per App daran, nicht auf die Sicherheitsvorschriften zu vergessen.“

Desinfektion als Prävention

Für Hausverwaltungen sind Desinfektionen von allgemein zugänglichen Bereichen ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Einige Aufträge wurden mit Abklingen der COVID-19-Welle deshalb auch bereits wieder storniert oder wurden nicht mehr verlängert. Erdhart rechnet aber damit, dass Desinfektionen als Vorsorgemaßnahmen im Herbst wieder stärker gebucht werden. Nicht nur in Zusammenhang mit Corona, sondern auch als Hygienemaßnahme in der Grippesaison. Damit könnte die Desinfektion zum Standardprodukt von Hausbetreuern werden.