11.02.2021

Wenn es im Haus spukt ...

... dann sind nur äußerst selten Gespenster, Geister oder Kobolde die Ursache. Die meisten unheimlichen  Geräusche oder scheinbar übernatürlichen Erscheinungen sind höchst irdischen Ursprungs.

 
Es kann passieren, dass ein Überwachungssystem „anschlägt“ obwohl nachweislich kein Mensch in der Nähe ist. Das hat nichts mit Spuk oder Hexerei zu tun sondern mit technischen Störungen oder damit, dass die „Künstliche Intelligenz“ doch nicht so intelligent ist. So kann ein Spinnennetz samt Spinne im Wind schwanken und fälschlicherweise die Bewegungserkennung der Überwachungskamera auslösen. Ähnlich verhält es sich mit ungewöhnlichen Geräuschen. Schon öfter haben zum Beispiel jaulende Katzen mit ihren lauten Geräuschen Polizeieinsätze ausgelöst.


Poltergeister am Dachboden

So gut wie jede Geistererscheinung lässt sich auf natürliche Weise erklären. Wenn es auf dem Dachboden poltert, sind es keine Kobolde oder Poltergeister sondern oft Siebenschläfer, die sich dort einquartiert haben. Deren Radau kann manchmal ganz schön lästig sein. Töten darf man diese Bilche (Schlafmäuse) nicht. Auch Lebendfallen sind ungeeignet, weil bei nächster Gelegenheit neue Siebenschläfer einziehen. Als langfristige Maßnahme bietet sich das Vergrämen an. Dabei wird ein Abwehrmittel (Repellent) überall dort ausgestreut, wo sich die Siebenschläfer bewegen. Dieses Repellent verbreitet einen Geruch, den die kleinen Nagetiere abstoßend finden und der sie vertreibt. Damit sie nicht wiederkommen, sollte man alle Eintrittspforten für Siebenschläfer, also alle Ritzen, Spalten, Löcher, Rohre etc. verschließen. Anstelle kommerzieller Abwehrmittel (Repellents) kann man es auch mit Hausmitteln versuchen: Der Geruch von Mottenkugeln, Möbelpolitur, Reinigungsmitteln oder Räucherstäbchen ist ebenfalls keine Wohltat für Siebenschläfernasen.


Der Zeitpunkt der Siebenschläfervertreibung ist nicht unwesentlich: Die kleinen Bilche sollten keinesfalls während ihres Winterschlafs (währenddessen sie sich ohnehin ruhig verhalten) oder während der Jungenaufzucht im Frühsommer gestört werden.


Lautlose Untermieter

Ein anderes Kapitel sind Fledermäuse. Sie haben mit den Siebenschläfern gemeinsam, dass sie nachtaktiv sind, Winterschlaf halten und gerne auf Dachböden wohnen. Im Unterschied zu den polternden Siebenschläfern sind sie so gut wie nie zu hören. Ihr Flug ist lautlos und ihre Rufe so hoch, dass sie – abhängig von der Fledermausart – von Menschen entweder gar nicht oder nur von Kindern und Jugendlichen mit ausgezeichnetem Gehör vernommen werden können. Fledermäuse sind zwar anspruchsvoll und brauchen neben genug Insektennahrung auch Wasserflächen. Aber sie sind viel mobiler als Siebenschläfer und können weitere Distanzen zurücklegen. Deswegen wohnen sie nicht nur am Land sondern auch in dicht bebautem Gebiet, bevorzugt in alten Häusern oder Kirchen. Heimische Fledermäuse trinken weder Blut noch verheddern sie sich im Haar von Menschen – das sind Gruselmärchen, die leider immer noch erzählt werden. Dass man mit Fledermäusen unter einem Dach wohnt, merkt man meist nur an ihren Hinterlassenschaften. Wenn sich Fledermauskot auf dem Dachboden anhäuft, kann dies manchmal die Bausubstanz angreifen. Für Gartenbesitzer sind diese Hinterlassenschaften aber ein wahrer Schatz: Federmauskot (Guano) ist wegen seines hohen Phosphorgehalts der beste Blumendünger, den es gibt. Da Fledermäuse zudem große Gelsenvertilger und obendrein geschützt sind, sollte man Fledermäuse in Ruhe lassen, wenn man sie unter dem Dach beherbergt.


Ein Fall für Geisterjäger?

Wenn man glaubt, in einem Haus spuke es, dann sind oft unheimliche Geräusche die Ursache. Meist handelt es sich abei um undichte Leitungen oder in die Jahre gekommene Heizungen, die all das nächtliche Stöhnen, Ächzen oder Heulen verursachen. Manchmal steckt auch ein Streich dahinter: In manchen Gegenden war der Brauch verbreitet, dass Maurer, die sich vom Bauherren schlecht behandelt fühlten, heimlich eine leere Bierflasche in die Hauswand einmauerten. Irgendwo, wo man sie nicht sofort entdeckt und mit dem offenen Flaschenhals nach außen. Wenn in Herbst- und Winternächten der Wind über den Flaschenhals strich, erklang ein hohles Tuten. Die Hausbewohner vernahmen dies als schauriges Heulen, dessen Ursache sie sich nicht erklären konnten und  glaubten deshalb, es gehe ein Geist um.