Die Brand­ka­ta­stro­phe im Schwei­zer Ski­ort Crans-Mon­ta­na und der Brand in einer Bar in Graz zum Jah­res­wech­sel zei­gen: Brand­schutz­vor­keh­run­gen sind kei­nes­wegs über­flüs­si­ge Schi­ka­nen.

Die Brand­sta­tis­tik für 2023 ver­zeich­ne­te in Öster­reich ins­ge­samt 8.205 Brand­fäl­le mit einer gesam­ten Scha­dens­sum­me von über 204 Mil­lio­nen Euro. Pro Jahr sind in Öster­reich im Durch­schnitt 48 Brand­to­te zu bekla­gen. Ein Groß­teil der Brän­de mit Per­so­nen­scha­den ent­steht in Pri­vat­haus­hal­ten.


Brand­ge­fahr Nr. 1: Unvor­sich­tig­keit

Mensch­li­ches Fehl­ver­hal­ten ist einer der Haupt­grün­de für Brän­de in Wohn­ge­bäu­den. Dazu zählt der unvor­sich­ti­ge Umgang mit offe­nem Feu­er und Licht und die berüch­tig­te Ziga­ret­te im Bett. Dazu zäh­len auch hei­ße Herd­plat­ten oder Koch­fel­der. Die ers­te Emp­feh­lung lau­tet daher: Nichts auf dem Herd lagern, was dort nicht hin­ge­hört. Um ganz sicher zu gehen ist es sinn­voll, Herd­schutz­pro­duk­te zu nut­zen. Das kön­nen spe­zi­el­le Abdeck­plat­ten für die Koch­fel­der sein oder so genann­te Herd­wäch­ter. Bei die­sen han­delt es sich um elek­tro­ni­sche Sen­so­ren, die an der Dunst­ab­zugs­hau­be an der Wand oder an der Decke über dem Herd befes­tigt wer­den. Sie geben ein Alarm­si­gnal, wenn die Hit­ze zu stark wird. Wird der Alarm inner­halb kur­zer Zeit nicht abge­stellt, unter­bricht der Herd­wäch­ter die Strom­zu­fuhr zum Herd.

Herd­wäch­ter sind sinn­vol­le Inves­ti­tio­nen, vor allem da in der Küche Rauch­mel­der unbrauch­bar sind: Die­se wür­den wegen des hei­ßen Damp­fes, der beim Kochen ent­steht, zu oft Fehl­alarm geben. Emp­foh­len wer­den Herd­wäch­ter ins­be­son­de­re für Haus­hal­te mit älte­ren oder demen­ten Per­so­nen und für Stu­den­ten-WGs.

Gefah­ren durch elek­tro­ni­sche Gerä­te und Lithi­um-Ionen-Akkus

Die Zahl der elek­tro­ni­schen Gerä­te wie Smart­phones, Zahn­bürs­ten, Akku­boh­rer, Kin­der­spiel­zeug oder E‑Bikes im Haus­halt nimmt stän­dig zu. Auch von ihnen geht Brand­ge­fahr aus. Genau­er: von den dar­in ent­hal­te­nen Lithi­um-Ionen-Akkus. Die­se leis­tungs­star­ken Ener­gie­spei­cher wei­sen im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Bat­te­rien einen deut­lich höhe­ren Ener­gie­ge­halt auf – und ber­gen dadurch auch ein erhöh­tes Brand­ri­si­ko.

Vor allem beim Laden kommt es immer wie­der zu Zwi­schen­fäl­len. Geht ein Akku wäh­rend des Lade­vor­gangs kaputt, kann es dazu kom­men, dass die gesam­te dar­in gespei­cher­te Ener­gie auf ein­mal frei­ge­setzt wird und der Akku sich ent­zün­det.

Beson­ders gefähr­lich ist das Laden über Nacht, unbe­auf­sich­tigt oder auf wei­chen, brenn­ba­ren Ober­flä­chen wie dem Sofa oder Bett. Weist ein Akku sicht­ba­re Schä­den wie Ris­se, Ver­for­mun­gen oder Auf­blä­hun­gen auf, am bes­ten sofort erset­zen.

Mehr­fach­steck­do­senals ver­steck­te Gefahr

Gera­de in Alt­bau­woh­nun­gen feh­len oft aus­rei­chend Steck­do­sen. Die gän­gi­ge Lösung sind dann Mehr­fach­steck­do­sen. Aller­dings steigt die Brand­ge­fahr, wenn meh­re­re Gerä­te mit hohem Strom­ver­brauch ange­schlos­sen sind und gleich­zei­tig genutzt wer­den. So ver­braucht ein Kaf­fee­voll­au­to­mat durch­schnitt­lich etwa 1400 Watt, ein Was­ser­ko­cher 2000 Watt und eine Mikro­wel­le 800 Watt – ins­ge­samt also rund 4200 Watt. Die meis­ten Mehr­fach­steck­do­sen sind jedoch nur für maxi­mal 2300 Watt ausgelegt.Es besteht die Gefahr, dass sich eine über­las­te­te Mehr­fach­steck­do­se inner­halb von weni­gen Minu­ten auf über 200 Grad erhitzt und einen Schwel­brand aus­löst. Die­se Brän­de sind beson­ders gefähr­lich, da sie oft lan­ge unent­deckt blei­ben. Leis­tungs­star­ke Gerä­te wie Was­ser­ko­cher oder Mikro­wel­len gehö­ren daher direkt in die Wand­steck­do­se

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