Regen ist Segen – nur kommt er manchmal zu spät, manchmal regnet es zu viel auf einmal. Was dagegen hilft – zumindest im eigenen Garten? Wassermanagement im Kleinen.
Anhaltende Hitze- und Trockenperioden, abgelöst von Starkregenereignissen – damit müssen wir auch im kommenden Sommer rechnen. Das stellt Gartenbesitzer vor neue Herausforderungen: Welche Pflanzen sind klimatolerant, und welche Konzepte gibt es, um den eigenen Garten bestmöglich zu schützen? Welche Alternativen zur Bewässerung mit wertvollem Trinkwasser sind möglich, und wie lässt sich Regenwasser möglichst effektiv nutzen?
Die gute Nachricht: Ein Garten ist in jedem Fall ein Gewinn an Lebensqualität – auch und gerade in den heißen Monaten. Es gibt durchdachte Lösungen, mit denen sich Gärten an das veränderte Klima anpassen lassen – wassersensibel, nachhaltig und zugleich ästhetisch ansprechend.
Regenwasser lenken und nutzen
Ein zentrales Konzept ist der sogenannte Schwammgarten. Hier wird die Natur zum Vorbild genommen: Wie ein Schwamm kann der Boden große Mengen Regenwasser aufnehmen, speichern und nach und nach wieder abgeben. Das Prinzip beruht auf den drei Säulen Wasserrückhalt, Versickerung und Speicherung. Abhängig von Lage und Bodenbeschaffenheit werden Mulden und vertiefte Flächen im Garten angelegt. Diese werden mit Pflanzen begrünt, die sowohl mit zeitweiliger Nässe als auch mit Trockenheit zurechtkommen.
Auch die Anlage kleiner Teiche bietet die Möglichkeit, ein eigenes Ökosystem zu entwickeln, das Niederschläge aufnimmt und nach und nach an Boden und Grundwasser abgibt. Auf diese Weise wird der natürliche Wasserkreislauf im eigenen Garten gefördert.
Durchlässige Beläge anstelle versiegelter Flächen machen Wege und Terrassen versickerungsfähig. Regenwasser gelangt dadurch rascher und leichter in den Untergrund.
Für Pflanzungen, die eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit benötigen, gigibt es eine enfache Maßnahme zur Bodenverbesserung: Durch die Einarbeitung von Kompost oder Pflanzenkohle wird die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens langfristig erhöht.
Mit diesen Maßnahmen erreicht man, dass Regenwasser dort bleibt, wo es gebraucht wird – nämlich im Garten. Dort steht es den Pflanzen dauerhaft zur Verfügung und entlastet ganz nebenbei die Kanalisation, die bei Starkregen rasch an ihre Grenzen stößt.
Angepasste Pflanzkonzepte
Wassersensibles Gärtnern bedeutet auch, Hitze gar nicht erst entstehen zu lassen. Bäume und große Sträucher sind dabei natürliche Klimaanlagen: Sie spenden Schatten, senken die Umgebungstemperatur und verhindern, dass sich Terrassen oder Hauswände übermäßig aufheizen. Schon wenige Grad weniger an der Oberfläche machen sich im Wohn- und Aufenthaltsbereich deutlich bemerkbar.
Auch Dach- und Fassadenbegrünungen tragen wesentlich zur Klimaregulierung bei. Sie kühlen durch Verdunstung, speichern Regenwasser und schützen die Gebäudehülle vor übermäßiger Sonneneinstrahlung. Mit gezielter Planung lässt sich Schatten dort schaffen, wo Aufenthaltsqualität und Wassereffizienz miteinander verbunden werden.
Wichtig ist auch die Auswahl geeigneter Pflanzen für die Beete. Trockenheitsresistente Arten wie Lavendel, Salbei oder bestimmte Ziergräser kommen mit wenig zusätzlichem Wasser aus und gedeihen auch in heißen Sommern prächtig. Bewährt haben sich Staudenmischpflanzungen mit unterschiedlichen Wurzeltiefen. Sie sorgen dafür, dass der Boden beschattet bleibt und weniger Feuchtigkeit verdunstet.
In feuchteren oder tiefer gelegenen Gartenbereichen lassen sich Pflanzen einsetzen, die mit zeitweiliger Nässe gut zurechtkommen, beispielsweise Sumpf-Schwertlilie, Blutweiderich oder Mädesüß.
Regenwasser ist Gartenwasser
Regenwasser, das über Dachflächen gesammelt wird, eignet sich hervorragend zum Gießen. Schon einfache Regentonnen oder Zisternen können erstaunliche Mengen Wasser speichern. Eine Dachfläche von 100 Quadratmetern liefert bereits bei geringen Niederschlagsmengen erhebliche Wassermengen für die Gartenbewässerung bei nur zehn Millimetern Niederschlag rund 1.000 Liter.