Fenster tragen wesentlich zur Wohnqualität und Ästhetik eines Hauses bei und sind ein wichtiger Faktor für die Energieeffizienz von Gebäuden. Grund genug, ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken – denn auch an ihnen nagt der Zahn der Zeit.
Fenster sind über Jahrzehnte hinweg der Witterung ausgesetzt. Regen, Schnee, UV-Strahlung und starke Temperaturschwankungen greifen Materialien und Oberflächen an. Gleichzeitig unterliegen Dichtungen, Beschläge und Verglasungen einem natürlichen Alterungsprozess. Bemerkbar machen sich in die Jahre gekommene Fenster durch Zugluft, höhere Heizkosten, erhöhte Feuchtigkeit an den Fenstern oder nachlassenden Schallschutz. Hinzu kommen spürbare Einschränkungen beim Öffnen, Schließen und Kippen sowie sichtbare Schäden an Rahmen und Oberflächen.
Sanieren oder tauschen?
Nun stellt sich die Frage: Ist es besser, Fenster zu renovieren oder gänzlich auszutauschen? Das hängt vom Zustand der vorhandenen Konstruktion ab. Grundsätzlich gilt: Solange Rahmen und Flügel tragfähig und technisch intakt sind, kann eine Sanierung häufig wirtschaftlicher sein als ein kompletter Austausch. Das betrifft vor allem hochwertige Holzfenster oder Fenster in denkmalgeschützten Gebäuden. Hat das Holz bereits an Festigkeit verloren, muss das Fenster ersetzt werden.
Regelmäßige Wartung zahlt sich aus
Holzfenster benötigen regelmäßige Pflege. Beschädigte Lack- und Lasurschichten müssen entfernt und erneuert werden. Beschädigte Holzteile sowie Schadstellen, die durch Feuchtigkeit und Fäulnis entstanden sind, sollten ausgetauscht werden.
Wichtig ist auch, Dichtungen rechtzeitig zu erneuern. Das Material wird
mit der Zeit porös und verliert seine Dichtwirkung. Manchmal kommt es nach dem Austausch der Dichtungen zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung an Fensterlaibungen und Außenwänden – eine Folge von Kondenswasserbildung. Hier kann ein verbessertes Lüftungsverhalten der Bewohner helfen. Möglich ist auch, einen Teil der Falzdichtung nachträglich zu entfernen, um eine Mindestlüftung zu gewährleisten. Noch effektiver ist der Einbau einer kontrollierten Abluftanlage.
Auch Scharniere, Verriegelungen und andere Fensterbeschläge sind Verschleißteile, die durch häufiges Öffnen und Kippen einer hohen mechanischen Beanspruchung ausgesetzt sind. Sie müssen regelmäßig kontrolliert, nachjustiert und bei Bedarf ausgetauscht werden.
Mehr Behaglichkeit durch moderne Verglasung
In die Jahre gekommene Verglasungen entsprechen oft nicht mehr den heutigen Anforderungen an Wärmeschutz und Energieeffizienz. Wo möglich, sollten sie durch moderne Wärmeschutzverglasungen ersetzt werden. Das bringt auch einen Zugewinn an Behaglichkeit: Die Innenseiten der Glasflächen weisen höhere Oberflächentemperaturen auf. Dadurch entstehen in Fensternähe weniger Kaltluftströmungen.
Hochwärmedämmende Dreifachverglasungen erreichen Uw-Werte von etwa 0,8 bis 0,9 W/(m²K). Sie weisen jedoch einen geringeren Licht- und Energiedurchlass auf als Zweifachverglasungen. Bei kleinen Fenstern kann sich dies spürbar auf die Helligkeit im Raum auswirken. In solchen Fällen kann über eine Vergrößerung der Fensterflächen nachgedacht werden.
Südseitig orientierte Fenster mit moderner Verglasung ermöglichen solare Energiegewinne für das Gebäude. Der Gewinn durch Sonneneinstrahlung ist dabei höher als der Wärmeverlust über die Fensterscheiben. Bei Dreifachverglasungen überwiegt der Wärmegewinn häufig auch bei ost- und westseitig orientierten Fenstern
Sanieren oft kostengünstiger
In vielen Fällen liegen die Kosten einer Fensterrenovierung deutlich unter jenen eines vollständigen Fenstertausches – insbesondere dann, wenn die Rahmenkonstruktion noch intakt ist.
Nicht jedes Fenster eignet sich jedoch für eine Renovierung. Starke Verformungen, erhebliche Feuchtigkeitsschäden oder veraltete Konstruktionen können einen Austausch wirtschaftlicher machen. Daher sollte vor Beginn der Maßnahmen stets eine fachkundige Zustandsanalyse erfolgen.
Lüftungskonzept
Beim Austausch von Fenstern ist auf den Energiestandard des Gebäudes zu achten. Neue, dichte Fenster in schlecht gedämmten Häusern können zu Schimmelproblemen führen – nämlich dann, wenn die Fenster einen deutlich besseren U‑Wert aufweisen als die übrigen Bauteile. Im Zweifelsfall hilft ein Lüftungskonzept. Sind die wichtigsten Parameter des Gebäudes bekannt, kann ein solches Konzept heute vielfach auch online erstellt werden.. Das Berechnungstool und wissenschaftliche Hintergrundinformation dazu findet sich auf https://www.energieinstitut.at/ tools/lueftungskonzept/